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Die Lösung fand man in einem
vollautomatischen Hochregal-
lager, in dem alle Prozesse vom
Warenein- bis -ausgang automa-
tisiert sind, den richtigen Partner
für das Projekt in Kardex Mlog.
Der Spezialist aus Süddeutsch-
land hat bereits zahlreiche Anla-
gen für Unternehmen der Geträn-
ke- und Lebensmittelindustrie
errichtet, darunter kleinere Sys-
temlösungen, die sich zum Bei-
spiel für den Getränkevertrieb
eignen, und schlüsselfertige, in-
dividuell geplante Logistik- und
Distributionszentren wie für Has-
sia. Der Absatz zieht seit Jahren
spürbar an – mit guten Gründen,
folgt man Hans-Jürgen Heitzer,
Head of Division Kardex Mlog.
Geht es nach ihm, haben manu-
elle Lager bald ausgedient. Der
Experte macht drei Megatrends
der Branche aus, die sich aus sei-
ner Sicht im Lager widerspiegeln
müssen, um die Überlebensfä-
higkeit eines Abfüllers langfristig
zu sichern:
Veränderte Konsumgewohnhei-
ten und Verbraucherverhalten
„Der Trend zu kleineren Gebin-
den, die in höherer Frequenz ge-
kauft werden, setzt eine perma-
nente Verfügbarkeit aller Waren
in der Fläche voraus und zieht
sich durch die gesamte Kette“, so
der Experte. Die Umschlagsleis-
tung im Lager muss steigen, die
Flexibilität ebenso.
Wachsende Produktvielfalt
Kaum ein Abfüller kommt heute
ohne Zweit- oder Drittmarke aus,
hinzu kommen zahlreiche Pro-
duktvarianten. Um die Umschlags-
zahlen hoch zu halten, sind
Mischpaletten mit verschiedenen
Produkten auf einem Ladungsträ-
ger die Folge, erhöhen aber die
Komplexität im Lager deutlich.
Ein Thema auch bei Hassia:
Saisonbedingt steigt der An-
teil der Mischpaletten auf über
30 Prozent.
Kürzer getaktete Lieferketten
Die Logistikkompetenz wird ver-
stärkt zum Produzenten verla-
gert. Die Ansprüche des Handels
an Lieferfähigkeit und -treue set-
zen ein entsprechend leistungs-
fähiges Lager voraus. Einfach
den Bestand zwecks Pufferung
zu erhöhen, ist keine Alternative.
Es bindet Kapital und gewähr-
leistet noch lange keine effiziente
Auslagerung und Distribution der
Waren.
Das Beispiel Hassia zeigt:
Unternehmen, die den Schritt zur
Automatisierung wagen, können
an den neuen Herausforderun-
gen durchaus wachsen. Wahr ist
aber auch: Halbe Lösungen gibt
es nicht. Die Entscheidung ist
mit erheblichen Investitionen und
Aufwand verbunden. Projektlauf-
zeiten von einem Jahr und länger
sind keine Seltenheit. Das liegt
auch daran, dass gleich ganze
Prozesse betroffen sind. „Mit
der Automatisierung ändert sich
das Geschäft – es bleibt wieder
Zeit für das Wesentliche, weil
man sich nicht permanent mit
der Logistik beschäftigen muss“,
so Hans-Jürgen Heitzer. Umge-
kehrt ändert sich auch die Logis-
tik, weil IT-gestützte Prozesse
Möglichkeiten bieten, die im ma-
nuellen Lager zwangsläufig zu
Problemen führen würden. Dies
zeigt sich unter anderem in neu-
en Konzepten der Lagerhaltung.
Chaos mit System
Als besonders effizient – gera-
de bei einem hohen Anteil von
Mischpaletten – hat sich die cha-
otische Lagerhaltung erwiesen,
bei der den einzelnen Waren oder
Warengruppen keine festen Re-
galplätze zugewiesen werden.
Die Einlagerung erfolgt immer
dort, wo gerade Platz ist. Was
für den Außenstehenden wie ein
undurchdringbares Durcheinan-
der erscheint, hat im vollautoma-
tischen HRL durchaus System:
Materiafluss- und Lagerverwal-
tungsrechner wissen jederzeit
exakt, welche Charge seit wann
wo lagert und können Anforde-
rungen entsprechend bedienen.
Auf Knopfdruck wird die benötig-
te Ware vollautomatisch ausge-
lagert und in den Konfektionier-
Bereich oder gleich in den LKW
transportiert. Letzteres verkürzt
die Warte- und Ladezeiten der
LKW erheblich, mit dem Ergeb-
nis, dass die Ware noch schnel-
ler beim Kunden ist. „Ein nicht zu
unterschätzender Wettbewerbs-
vorteil“, so Heitzer. Auch bei
Hassia regiert in diesem besten
Sinne das Chaos – und dies mit
Erfolg. Die nächsten Erweiterun-
gen sind schon geplant.
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